Das Angebot der Betreuung im Tageshospiz steht allen Menschen offen, die nur noch eine geringe Lebenserwartung haben. FotoS: Stephanie Fedders

Das Tageshospiz öffnet seine Türen

Ein Beitrag von Stephanie Fedders in der MAZ vom 26.10.2022.

Es ist das Puzzleteil, was noch fehlte, um das Angebot an Begleitung auf dem letzten Lebensabschnitt in der Prignitz zu vervollständigen: die Eröffnung des Tageshospizes im Elbhospiz „Weiße Berge“ in Wittenberge.

Im Haus am Elsternweg sind die Vorbereitungen jetzt soweit abgeschlossen, dass die dafür vorgesehenen Räume an drei Tagen die Woche geöffnet werden können. Der eigens für dieses Angebot gebaute Trakt, der getrennt vom stationären Hospiz genutzt werden kann, besteht aus einem Wohnbereich, einer offenen Küche sowie einem Ruheraum.

Dank der finanziellen Förderung aus Lottomitteln konnte die Ausstattung angeschafft werden, freut sich Hospizleiter Stephan Michelis und betont, wie sehr das Hospiz bislang von Spenden profitiert hat.

Und nun sollen es die Tagesgäste sein, denen diese Unterstützung zugute kommt. Bis zu vier Plätze stehen zunächst zur Verfügung. Die Betreuung soll immer montags, mittwochs und freitags jeweils von 8 bis 15 Uhr erfolgen. „So haben wir es in den Dienstplänen erst einmal vorgesehen“, sagt Pflegedienstleiterin Isabel Raab.

Eine Pflegefachkraft, ein Pflegehelfer und die Ehrenamtler teilen sich die Aufgaben. Zwar sind feste Rituale wie das gemeinsame Mittagessen vorgesehen, aber es gibt auch genug Freiräume für die individuellen Interessen und Bedürfnisse. Lesen, Unterhaltungen oder Beschäftigung in Form von Handarbeiten können für Abwechslung sorgen – übrigens auch für die mobilen Gäste aus dem stationären Bereich mit seinen zehn Zimmern, die auch auf der anderen Seite des Hauses willkommen sind.

Das Angebot der Betreuung im Tageshospiz steht allen Menschen offen, die nur noch eine geringe Lebenserwartung haben. Das Einzugsgebiet erstreckt sich wie beim stationären Hospiz weit über die Grenzen der Prignitz hinaus.

„Jeder kann anfragen“, erklärt Isabel Raab. Voraussetzung ist aber eine Beurteilung vom Arzt, dass sich die Person in einer palliativen Situation befindet. Das sind schwerstkranke Menschen, die im Elbhospiz Aufnahme finden. Mit dem Tageshospiz können auch Angehörige entlastet werden, die die Gäste zuhause pflegen. Die Kostenübernahme erfolgt über die Krankenkassen, die Abrechnungen über das Hospiz.

Seit seiner Eröffnung im Januar 2021 haben 150 Gäste im stationären Bereich Aufnahme gefunden. Einmal im Jahr findet an der Elbe der Abschied statt von denen, die verstorben sind. Zuletzt kamen im September mehr als 80 Angehörige zusammen und schickten kleine Schiffchen auf die symbolische letzte Reise.

Wer sich über das Angebot des Tageshospizes informieren möchte, kann Kontakt zu Isabel Raab unter der Telefon 03877/5 61 56 13 aufnehmen. Weitere Infos gibt es online unter: https://pr-hospiz.de.